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Haustürgeschäfte

Wie bei vielen Anlageprodukten, welche dem sogenannten „Grauen Kapitalmarkt“ zugeordnet sind, erfolgte die Vermittlung fremdfinanzierter Rentenmodelle oftmals in einer Haustürsituation. War dies der Fall, ist meist ein Widerruf der Verträge möglich, der zu einer weitgehenden Rückabwicklung der Verträge führt. Ein Widerruf kann dabei oftmals auch heute noch von den Anlegern erklärt werden, weil die ursprünglichen in den Verträgen enthaltenen Widerrufsbelehrungen in der Regel fehlerhaft sind.

Aber wann liegt eine Haustürsituation vor? Diese Frage ist oft nur schwer zu beantworten. Tausende von unterschiedlichen Gerichtsurteilen zu diesem Thema sprechen Bände und lassen trotzdem viele Fragen offen.

Als erste Grobeinschätzung kann aber die folgende Faustformel dienen:
Eine Haustürsituation liegt vor, wenn der Verbraucher

  • durch Ansprache (regelmäßig durch einen Vermittler) im Bereich (irgend)einer Privatwohnung oder
  • an seinem Arbeitsplatz oder
  • im Bereich öffentlicher Verkehrsflächen (z. B. Stammkneipe) oder öffentlicher Verkehrsmittel oder
  • bei einer Freizeitveranstaltung (z. B. eine "Kaffeefahrt")

zu einem Vertragsabschluss bewegt wird.

Tipp: Wenn vor dem Hausbesuch ein Anruf erfolgte, in dem z. B. allgemein gefragt wurde, ob Interesse bestehe, Steuern zu sparen, so verhindert das NICHT das Vorliegen einer Haustürsituation. Ebenfalls ist es unerheblich, wo am Ende die Verträge unterschrieben worden sind.

Anleger, bei denen nach der Faustformel ein Haustürgeschäft vorliegen könnte, sollten ihre Unterlagen umgehend dahingehend überprüfen lassen, ob sie Ihre Verträge noch widerrufen können.



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